Surrealismus der Leipziger Schule.

Die neue Leipziger Schule ist die Kunstrichtung oder Strömung in der modernen Malerei mit Ursprung in Leipzig. Warum ist sie jedoch auf Leipzig bezogen? Nun, diese Kunstrichtung hat, wie bereits erwähnt, den Ursprung in der Stadt Leipzig. Der Malstil wurde jedoch nicht nur in Leipzig praktiziert. Dort befindet sich allerdings die Hochschule für Grafik und Buchkunst an der schon seit Generationen bekannte Künstler unterrichtet wurden. Unter ihnen sind Werner Tübke aus der ersten Generation, Arno Rink aus der zweiten Generation und auch Neo Rauch, der bedeutendste Vertreter der neuen Leipziger Schule. Die erste Generation ist an dieser Schule unterrichtet worden und lehrte wiederum die zweite Generation, die ihrerseits die heutigen Vertreter dieser Kunstrichtung unterrichtet hat. Die Malweise ist eine Mischung aus abstrakter, realistischer mit surrealistischer Malerei. Merkmale der neuen Leipziger Schule sind beispielsweise leuchtende Farben und der Comic – und Pop-Art- Stil. Einige Elemente sehen sehr abstrakt aus.
Ein gutes Beispiel ist das Werl Blue Walls (Stripse) von Tim Eitel. Es wirkt ruhig und ist mehr realistisch als surrealistisch. Doch dominieren auch hier die leuchtenden, auffallenden Farben, wie die blaue Wand. Auch heute gibt es einige bekannte Künstler, die im Stil der neuen Leipziger Schule malen, sich aber selbst nicht Vertreter dieser Kunstrichtung nennen würden.

Hier sind drei der berühmtesten Vertreter der Kunstrichtung

Lutz Ketscher ist einer der Künstler der neuen Leipziger Schule. Er wurde 1942 geboren und hat sich in besonderer Weise in seinen Werken der beständigen Beweglichkeit menschlicher Vorstellungskraft gewidmet. Seine Werke sind in der klassischen Kultur verankert aber immer wieder dynamisch in die Gegenwart und auch in die Zukunft orientiert. Seine Bildkompositionen zeigen sich als immer wieder neue Erzählungswelten, die mit ihrer Vielschichtigkeit überraschen und die sehr konsequent aus ihren Einzelelementen heraus aufgebaut sind.
Als Absolvent der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig besitzt Lutz Ketscher die dort gelehrte umfassende, rein handwerkliche mustergültige, künstlerische Ausbildung. Ihm sind jedoch nicht allein die vorbildlichen Bildgestaltungstechniken ein wichtiges Anliegen gewesen, er legte auch Wert auf eine komplexe bildhafte Formulierung des Miteinanders der unterschiedlichsten Wirklichkeitssysteme. Sein Weg führte ihn in seiner künstlerischen Entwicklung zu immer ausgreifenderen Bilderzählungen – und er hat sich einen besonderen Freundeskreis für seine Kunst aufgebaut. Der Künstler erstellt wenige neue Werke pro Jahr; diese sind sehr begehrt und Zeugnisse seiner besonderen künstlerischen Bildgestaltungskraft und Fantasie, die auf seiner umfassenden kulturellen Reflexion der aktuellen Lebensgegenwart und vielen kulturgeschichtlichen Quellen beruhen. Unter Leipziger Schule – Werke von Lutz Ketscher kann man sich seine Arbeiten ansehen.

Neo Rauch, der bedeutendste Vertreter der Leipziger neuen Schule, ist ein zeitgenössischer Künstler, der illustrative Gemälde einer unheimlichen, rätselhaften Bildsprache schafft, die geprägt von einem verstörenden und mehrdeutigen Wesen sind. In den Industrie- und auch in seinen Naturlandschaften sind räumliche Beziehungen unregelmäßig dargestellt, die Größenverhältnisse sind dynamisch und Figuren stellt er in Stadien von immerwährender Bewegung dar. Rauch stellt seine Gemälde nicht unbedingt als surrealistisch dar, aber den Einfluss seiner Träume und Phantasien auf die eigenen Werke erkennt er durchaus an. Er versteht sein Werk insgesamt als ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Extremen, so auch zwischen der Wirklichkeit und dem Surrealen. Die Malereien sind unter anderem durch den sozialistischen Realismus geprägt und erinnern an Gelegenheitsgrafiken seiner Jugend in der DDR. Rauch wurde am 18. April 1960 in Leipzig geboren, studierte Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. 2010 haben ihm das Museum der bildenden Künste in Leipzig und die Pinakothek der Moderne in München eine Retrospektive gewidmet. Der Künstler lebt heute in Markkleeberg neben Leipzig und hat das Atelier in der einstigen Leipziger Baumwollspinnerei.

Gerhard Richter geboren 1932 ist ein deutscher Maler und einer der bekanntesten und teuersten Künstler der Gegenwart. Sein Werk ist sehr vielschichtig und umfasst über 3 000 einzelne Malereien darunter auch figurative wie abstrakte Malerei wie die der neuen Leipziger Schule, übermalte Fotografien und Objekte. Der Künstler lebt und arbeitet heute in Köln.